Guppy

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Über diesen Fisch könnte man fast ein ganzes Buch schreiben. So werde ich mich auf wichtigsten Angaben beschränken. Auch betreibe ich keine Guppyhochzucht, so gehe ich auf Genetik nicht näher ein. Dafür werde ich auf einige Vorurteile näher eingehen.

Es gibt soviele Farben und Formen, dass es leider unmöglich ist hier alle Aufzuzählen. Die hier dargestellten Fotos sind alle von meinen Guppys.

Familie Lebendgebärende Zahnkarpfen
Heimat Mittelamerika bis Brasilien
Ersteinführung 1908
Grösse Männchen 2,5 - 5cm, Weibchen 4 - 6cm
Erreichbares Alter 2 Jahre
Geschlechtsunterschiede Männchen kleiner und prächtiger gefärbt, mit Gonopodium, Weibchen mit Trächtigkeitsfleck
Tragezeit 25 - 33 Tage
Ernährung Allesfresser, Flocken, Mückenlarven, Spirulina, lebend Futter, wichtig ist Abwechslung
Temperatur 22 - 27 Grad
Beckengrösse mind. 60cm
Wasserwerte PH: 5,5 - 8,5, GH: 5 - 25
Sozialverhalten Sehr friedlicher Fisch, gewisse Stämme neigen zu Kannibalismus, Immer mehr Weibchen als Männchen, 1m zu 2 w
Besonderheiten Sehr viel Nachwuchs, Wurfgrössen von 10 - 80, liebt frisches Wasser

 

Vorurteil: Der Guppy ist ein Anfängerfisch und robust.

Überall kann man lesen, dass der Guppy ein Anfängerfisch ist. Aber das stimmt überhaupt nicht. Wie oft liest man in den Foren; Hilfe mein Guppy ist so komisch oder Meine Fische sterben reihenweise? Wer von Euch hat Guppys aus dem Handel und kann behaupten dass er das erwiesene Alter von 2 Jahren erreicht hat? Meist hat man nur 2 Wochen/Monate Freude an diesem Fisch. Die im Handel angebotenen Tiere werden aus Kostengründen meist aus Südostasien oder seit neuestem auch aus der Tschechei eingeführt. Dort werden sie in grossen Bottichen im Freiland vermehrt. Nämlich in einer Antibiotika-Brühe um die Verluste möglichst gering zu halten. Im Becken des Käufers sind sie dann schnell Erregern ausgeliefert, die Erreger sind im geringen Masse fast immer da. Nur ein normal aufgezogener Fisch kommt sehr gut klar damit, besser er ist resistent dagegen. So reagieren solche Guppy oft recht heftig auf das Bombardement von Bakterien.


Eine Studie hat sich mit den Umwelteinflüssen und der vermehrten Allergiehäufigkeit in unserer Gesellschaft beschäftigt. Die Kinder von heute wachsen einfach zu sauber auf, sie kommen selten mit Dreck in Berührung was aber sehr wichtig wäre zum Aufbau von Antikörpern. So treten bei vielen Kindern Allergien auf, sie sind kränklich. Hingegen ein Kind das auf dem Bauernhof auswächst oder viel mit der Natur in Berührung kommt, macht das gar nichts. So kann man es auch bei Guppys sehen. Aufgewachsen in einer Bakterientoden Umgebung, wenn wundert’s dann dass dieser Fisch bei uns im Becken nicht lange überlebt.

Guppy ist leicht zu halten

Das stimmt nur wenn optimale Halterungsbedingungen herrschen.
Aber diese Bedingungen sind wieder von Stamm zu Stamm verschieden. Meine Guppys sind eher hartes Wasser gewöhnt, kommen sie in weiches Wasser, würden sie sehr schnell sterben.

 


So gebe ich meine Guppys nur an Aquarianer die fast gleiche Wasserwerte haben wie ich, sonst hätten diese nicht lange Freude damit.
Zwar ist der Guppy nicht wählerisch bezüglich Futter- aber ihn nur mit Trockenfutter zu ernähren ist ganz falsch. Algennahrung, Lebendfutter und wenig Trockenfutter, gewährleisten es diesem Tier, das zu Leberverfettung neigt, eine gute Ernährung. Somit kommen dann auch seine wahre Vitalität und Lebendigkeit besser zum Ausdruck.
Will man seine ganze Vitalität und Schönheit sehen, braucht es mindestens ein 112l Becken, mit viel Frischwasser und guter Strömung. Erst in einem Artenbecken kann man sie wirklich bewundern. Da die Guppys sehr friedlich und verspielt sind, man kann fast sagen, sie sind liebenswerte Tollpatsche, kann ihr wahres Verhalten erst in einem Artenbecken zum Ausdruck kommen.
In einem kleineren Becken, kann es schon mal zu Aggressivität kommen, vor allem unter den Weibchen.

Der Guppy ist Billig

Diese Behauptung bringt mich nur zum lachen. Billig ist nur was aus den Massenzuchten kommt, genetisch verkümmert. Wird jedoch bei prämierten Hobbyzüchtern, mit erwiesener gesundheitlicher Stabilität gekauft, sind Preise von 25.- € für ein tragendes Weibchen durchaus üblich. Auf der Weltausstellung von Nürnberg 1997 wurde ein Trio Weibchen für 175.- € gekauft.
Amerikaner verlangen für ein Trio 50 – 75 US $. In Japan werden hochprämierte Tiere für über 1000 US $ gehandelt. Gute Tiere sind überhaupt nicht billig.


Der Guppy ist leicht zu züchten

Wirkliche Hochzucht Guppys werfen ca. 25 junge pro Wurf. All diejenigen die meinen es ist so einfach, sollen mal Probe aufs Exempel machen. Wenn Ihr dann die 4.te Generation habt, mit dem Farbschlag den ihr anstrebt, dann lass ich mich überzeugen dass es leicht ist. Dann möchte ich aber Farbenfrohe und sehr vitale Guppys sehen.
Ich meine damit aber nicht einfach vermehren, sondern wirklich züchten.



Man braucht nicht viel Platz für eine Guppyzucht

Dies absolut falsch. Ein Becken für die Befruchtung, eines für den Wurf, eines für die Aufzucht, zwei für die Trennung von Weiblein und Männlein der Nachkommen, sind mindestens 5 Becken für einen Stamm.


Eine besondere Form: der Endlerguppy

Der Endler ist eine Form des Wildguppys. Besondere Merkmale sind die Farbenvielfalt und der schwarze Strich seitlich. Er ist kleiner als der normale Guppy, Männchen werden kaum grösser als 3cm. Es ist relativ schwierig einen echten Endler zu erkennen, da sehr viele Mischlinge Angeboten werden. Bestes Zeichen ist das Gonopodium, dass beim Endler kleiner und spitzer geformt ist. Schwanzflossen dürfen nicht zu gross sein. Ich habe nur Mischlinge, die aber nicht minder schön sind. Aber nun genug geredet, ich lasse einfach die Bilder für sich sprechen.

Hier noch ein lesenswerter Link!

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