Guppyfragen

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1. Auf was muss ich achten beim Guppy kauf?

Ob sie der Händler Geschlechter getrennt hält oder nicht, ist egal. Wenn sie gemischt sind, dann sind alle Guppydamen zu 100% trächtig. Die Guppy müssen vital wirken, lebendig, neugierig und aufgeweckt. Der Bauch darf nicht eingefallen sein und sollte eine schöne Rundung aufweisen, auch bei den Männchen. Sie sollten nicht zu zart wirken. Sehr grosse Schwanzflossen sind eigentlich nicht mehr erwünscht, da sie dadurch an Agilität einbüssen. Die Flossen dürfen auf keinen Fall geklemmt sein, weder Schwanz- noch Oberflosse. Es sollte keinerlei Krümmung zu sehen sein, ein gesunder Guppy darf auf keinen Fall schaukeln oder dergleichen. Die Haut sollte je nach Lichteinfall leicht glänzen und darf nicht matt wirken. Die Augen müssen zum Verhältnis zum Körper von der Grösse her stimmen. Wirken die Augen gross, so wurden die Guppy hoch gepusht. Das heisst schnell und mit viel Futter hochgezogen, was sich aber bei der Gesundheit und Abwehr bemerkbar macht. Solche Guppys wurden meist auch bei höheren Temperaturen (beschleunigt Wachstum) gehalten, diese werden meist auch nie älter als ein Jahr. Guppy gelangen meist mit einem Alter von 4 – 6 Monaten in den Handel, das heisst Ihr hättet nur mehr ein halbes Jahr Freude daran.
Der Kot sollte fest und nie weiss sein.
Am idealsten ist es immer wenn man Guppys aus Privatzuchten bekommt.


2. Wie sollte man Guppy daheim einsetzen?

Wenn man schon Guppys zuhause hat, sollte man die neuen immer zuerst in Quarantäne halten, auch gesunde Guppys die man vielleicht schon einige Generationen zuhause hat, können empfindlich auf fremde Viren reagieren die mit den neuen Fischen ins Becken kommen. Meine Vorgangs-weise ist eine Woche Quarantäne, dann sehe ich auch ob einer überhaupt Krank ist, (Inkubationszeit). Dann beginne ich langsam das Wasser der Becken zu mischen, denn sollten Viren vorhanden sein, dann bekommen es beide Parteien nur verdünnt ab und können so somit eventuell nicht vorhandene Antikörper bilden. Das ganze ziehe ich wieder über eine Woche so durch. Das Mythos Guppys sind Hartwasserfische möchte ich mal widerlegen. Die meisten Guppys können sich sehr gut anpassen, wenn man ihnen die Zeit dazu lässt. Nur extreme PH Sprünge mögen sie in der Regel nicht. Das Mythos entstand durch die Asienguppys, die in aus harte, aufgesalzene Wasser kommen. Der Grossteil kommt aus Asien und Tschechien.

3.Wie erkenne ich Schwangerschaft und den Geschlechtsunterschied?

Männchen sind meist kleiner, bunter und haben ein Gonopodium, dh. Die Bauchflosse ist länglicher und dünner.
Weibchen sind grösser, meist farbloser und haben ein Trächtigkeitsfleck über der dreieckigen Bauchflosse. Die Farbe des Fleckes kann sich im Laufe der „Schwangerschaft“ ändern. Bei helleren Weibchen von Blassgelb bis zu braun-schwarz, je nach Entwicklungsstadium der Babys. Ein Weibchen ist wenn es mit Männchen zusammen ist dauer schwanger, dh. Sobald es Kontakt hat mit dem anderen Geschlecht, ist sie schwanger! Tragezeit ca. 30 Tage. Dann werden zwischen 10 – 80 Junge geboren. Die Erstgebährenden sowie Wildformen haben meist Würfe mit ca. 15 Jungen. Der Samen kann bis zu 11 Monate gespeichert werden, dh. Auch ohne Männchen kann das Weibchen weiterhin jeden Monat Junge bekommen. Sollte sie aber wieder frisch befruchtet werden, wird immer der neueste Samen verwendet.

4. Wo kann meine Guppydame am idealsten gebären - wo und wie ziehe ich die Kleinen am Besten auf?

Guppydamen in einem Ablaichkasten werfen zu lassen, finde ich absolute Quälerei. Wir werden auch nicht zum gebären in ein Raum aus Glas gebracht mit 1x1m! Der Stress den die Mutter hat kann man sich ausmalen und es gibt es da drin keine Wasserzirkulation. Nur sehr geübte Aquarianer können den genauen Zeitpunkt der Geburt sehen oder Voraussagen, somit wäre so eine Guppydame unter Umständen Tage da drin!
Totgeburten und Missgeburten sind vorprogrammiert.

Ich bin absolut gegen Ablaichkästen – Ablaichnetze und Guppytanks auch bei den Kleinen! Warum? Ich habe sie am Anfang meiner Aquarienzeit auch benutzt und wunderte mich immer, warum 80 % der Kleinen einging oder erkrankte.
Die Wasserzirkulation ist trotz der Löcher, Schlitze und ähnlichem nicht gegeben. Es entsteht ein Tümpelhaftes Wasser, mit wenig Sauerstoff und hohen NO3/NO2 Gehalt. Durch das notwendige viele Füttern der Babys wird das ganze nochmals beschleunigt. Die Gefahr an Costia und anderen Krankheiten zu erkranken ist sehr gross. Dazu kommt noch dass die Babys ihrem Instinkt des Versteckens nicht nachkommen können. Sie werden begafft, der Ablaichkasten wird angestupst etc. Schwimmtechnisch können sie genauso nicht trainieren wie ihre ganze Vitalität. Wie kann ich meine Kondition trainieren wenn ich in einer Kiste sitze? Sollte man keine Nonkannibalen Guppys haben oder Räuber im Becken, dann ist es am idealsten die Guppys in einem 25l Becken bei ca. 26° aufzuziehen. Zur Not eignen sich auch Plastikwannen oder ähnliches, die mit einem Sprudler oder einem Schaumfilter betrieben werden.
Am Besten lässt man sie im Becken, wenn genug Pflanzen da sind, überleben immer wieder welche.
Füttern kann man die Kleinen mit zerriebenen Flockenfutter, idealer sind Aufzuchtfutter, entkaspelte Nauplien, Artemia, Frostfutter wie Cyclops, kleinstlebendfutter. Gefüttert wird 4 -6 mal am Tag, aber auch da muss man auf sehr gute Wasserhygiene achten! Ein Aufzuchtbecken besser ohne Bodengrund und Pflanzen betreiben, dann kann man besser täglich die Futterreste beim Wasserwechel absaugen. Guppys lieben viel Frischwasser und gerade bei der Aufzucht ist das wichtig. Normalerweise kann man die Kleinen wieder in ein Gesellschaftsbecken geben, wenn sie nicht mehr in den Mund der Feine passen. Meist mit 1.5 – 2cm.

5. Wann sie geschlechtsreif und wann beginnen sie zu Färben an.

Geschlechtsreif sind sie schon sehr bald, unter Umständen mit 4 – 6 Wochen. Färben fangen sie meist auch mit 4 Wochen an, zuerst wird man schwarz erkennen können (ausser bei den hellen), dann erst kommen langsam die anderen Farben. Richtig fertig ausgefärbt ist ein Guppy mit ca. 6 Monaten.

6. Typische Guppykrankheiten

Oft kommt der Hilferuf, mein Guppy schaukelt oder verhält sich apathisch. Die Hauptgründe dazu sind fast immer Neuzugänge. Durch eingeschleppte Viren die der Guppyorganismus noch nicht kennt und meist schwer damit klar kommt. Meist hilft da schon eine Salzzugabe. Ich verwende in solchen Fällen auch manchmal Zimstangen. Dosierung ½ Zimtstange pro 50 Liter. Seemandelbaumblätter sind oft auch Hilfreich. Wirkt desinfizierend.
Das um und auf bei Guppy ist viel frisches Wasser. Die Wasserwechselintervalle sollten regelmässig eingehalten werden. Umso kleiner das Becken, umso öfter. Ich halte es meist so:
60l alle 5 Tage 30%, 112l jede Woche 30%, bei grösseren kann es auch weniger oft sein.
Viele Krankheiten werden durch schlechte Wasserqualität hervorgerufen.
Bekannte Krankheiten sind auch Columnaris, Weisspünktchenkrankheit oder Fischtuberkulose.

7. Kann ich auch nur Männchen halten oder welches sind ideale Räuber um den Bestand im Rahmen zu halten?

Ja man kann nur Männchen halten, auch Züchter praktizieren das mit den Männchen die sie nicht zur Weiterzucht verwenden möchten. Um den Bestand gering zu halten kann man auch Räuber einsetzen, wie Salmler, Barsche oder dergleichen. Wenn man das nicht mag, kann man die Aufzuchten gerne an Händler oder Freunde abgeben. Oder man kann in den Foren im Flohmarkt posten.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Artikel helfen.

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