Nun ist es mir gelungen, eine Fotostory einer Guppygeburt zu machen. Soweit ich weiss, gibt es im Netz nichts vergleichbares, zumindest hab ich es noch nie gesehen. Mich freut es total Euch das präsentieren zu können!
Vorher gehe ich auf oft gestellte Fragen bezüglich Geburt etc. bei Lebengebährenden ein.
Ungefähre Anzeichen ob ein Guppy vor der Geburt steht kann man erst mit der Zeit erkennen, da braucht es Übung und Praxis. Gute Erkennungspunkte sind: Die Dame fängt an sich zurück zu ziehen oder sie saust wie von der Tarantel gestochen durchs Becken, das ist je nach Dame unterschiedlich. Meist fängt sie recht schwer an zu atmen. Um Damen gebähren zu lassen sollte man sie in Ruhe lassen. Weder Netz noch Laichkästen sind zu empfehlen! Ich würde zu einem 12l Becken raten, bei welchem viel Nixkraut, Muschelblumen, Hornkraut und Moos vorhanden sind!
Moos deshalb, weil die Babys oft die ersten Minuten nach unten sinken und erst hochkommen (kann von 3min. bis zu 1h dauern) wenn ihre Schwimmblase gefüllt ist.
Dann halten sich 99% aller Guppybabys (und auch andere Lebendgebährende) ein paar Milimeter unter der Wasseroberfläche auf!
Ich habe immer ein 12l Becken stehen, denn der Aufwand solch eines zu betreiben ist äusserst gering!
Man weiss ja nie ob man einen Neuzugang hat, einen verletzten Fisch den man gezielt behandeln muss oder eben einen werfende Guppydame die eine kannibalistische Ader hat!
Meine Stämme (auch die Hochzuchten) sind verwunderlicherweise gar nicht kannibalistisch. Bei den Wildstämmen ist mir das klar, nicht so bei den Hochzuchten!
Vielleicht weil ich einfach der Natur ihren Lauf lasse, für genügend Versteckmöglichkeiten sorgen, ich weiss es wirklich nicht. Vielleicht habe ich einfach Glück!
Naja hatte am Anfang Probleme mit meinen Japan Blue, die sehr eifrig den Neugeborenen nachstellten, aber sie habens gelernt;
dass Babys kein Futter sind! Habe sie bei Geburten, sofern von mir bemerkt, mit Futter abgelenkt.Warum genau bin so gegen die Ablaichkästen oder sogenannten Guppytanks? Guppydamen in einem Ablaichkasten werfen zu lassen, finde ich absolute Quälerei. Wir werden auch nicht zum gebären in ein Raum aus Glas gebracht mit 1x1m! Der Stress den die Mutter hat kann man sich ausmalen und es gibt es da drin keine Wasserzirkulation. Nur sehr geübte Aquarianer können den genauen Zeitpunkt der Geburt sehen oder Voraussagen, somit wäre so eine Guppydame unter Umständen Tage da drin!
Totgeburten und Missgeburten sind vorprogrammiert.
Ich bin absolut gegen Ablaichkästen – Ablaichnetze und Guppytanks auch bei den Kleinen! Warum? Ich habe sie am Anfang meiner Aquarienzeit auch benutzt und wunderte mich immer, warum 80 % der Kleinen einging oder erkrankte.
Die Wasserzirkulation ist trotz der Löcher, Schlitze und ähnlichem nicht gegeben. Es entsteht ein tümpelhaftes Wasser, mit wenig Sauerstoff und hohen NO3/NO2 Gehalt. Durch das notwendige viele Füttern der Babys wird das ganze nochmals beschleunigt. Die Gefahr an Costia und anderen Krankheiten zu erkranken ist sehr gross. Dazu kommt noch dass die Babys ihrem Instinkt des Versteckens nicht nachkommen können. Sie werden begafft, der Ablaichkasten wird angestupst etc. Schwimmtechnisch können sie genauso nicht trainieren wie ihre ganze Vitalität. Wie kann ich meine Kondition trainieren wenn ich in einer Kiste sitze? Sollte man keine Nonkannibalen Guppys haben oder Räuber im Becken, dann ist es am idealsten die Guppys in einem 25l Becken bei ca. 26° aufzuziehen. Zur Not eignen sich auch Plastikwannen oder ähnliches, die mit einem Sprudler oder einem Schaumfilter betrieben werden.
Am Besten lässt man sie im Becken, wenn genug Pflanzen da sind, überleben immer wieder welche.
Füttern kann man die Kleinen mit zerriebenen Flockenfutter, idealer sind Aufzuchtfutter, entkaspelte Nauplien, Artemia, Frostfutter wie Cyclops, kleinstlebendfutter. Gefüttert wird 4 -6 mal am Tag, aber auch da muss man auf sehr gute Wasserhygiene achten! Ein Aufzuchtbecken besser ohne Bodengrund und Pflanzen betreiben, dann kann man besser täglich die Futterreste beim Wasserwechel absaugen. Guppys lieben viel Frischwasser und gerade bei der Aufzucht ist das wichtig. Normalerweise kann man die Kleinen wieder in ein Gesellschaftsbecken geben, wenn sie nicht mehr in den Mund der Feine passen. Meist mit 1.5 – 2cm.Sollten noch Fragen auftauchen, könnt Ihr auch gerne hier nachlesen oder mich kontaktieren.
Die schon sehr dicke Mama fängt an sich in die Pflanzen zurück zu ziehen Das erste ist schon da und hängt recht erledigt auf einem Blatt
Das zweite hängt auf dem unteren Blatt, auch komplett erledigt. Mama hat mal Position geändert und man sieht die typische Geburthaltung mit Schwanzflosse nach oben
Hier noch mal genauer Eines der Baby rastet sich nach der Anstrengung auf einem Blatt aus
Hier zwei Neugeborene, beim hinteren sieht man noch deutlich den Dottersack Hier kommt wieder eines
Gleich hat´s es geschafft Man sieht schon die Augen des Babys
Oft werde ich gefragt, wie sieht ein schwangeres Guppyweibchen aus? Nach einer Stunde schwimmen alle gemeinsam