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Ancistrus

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Familie Harnischwelse
Herkunft Südamerika
Erreichbares Alter 12,5 Jahre
Grösse 15cm
Geschlechtsunterschiede Männchen hat sogenannte Antennen oder ein Geweih auf dem Kopf
Nachzucht Haftlaicher (Vater bewacht das Gelege)
Ernährung Pflanzenkost, Welstabs, Gurken, Kartoffeln, Paprika, Zucchini, Algen
Temperatur 18 - 30 Grad
Beckengrösse ab 80cm
Wasserwerte ph 6 - 8   gh  bis 25
Sozialverhalten Eher Einzelgänger, aber auch Paarhaltung

Vielfach wird dieser Fisch einfach aufgrund seiner Putzeigenschaft gekauft.  Mir ging es zuerst auch so. Aber ich fing ihn an genau zu beobachten und begann ihn zu lieben.

Die Gattung Ancistrus ist mit ca. 55 beschriebenen Arten die größte innerhalb der Unterfamilie Ancistrinae.  Der Name der Unterfamilie leitet sich vom griechischen "agchistron" oder "agkhistron" ab und bedeutet soviel wie "Widerhaken". Die männlichen Vertreter dieser Gruppe haben alle  einen beweglichen und ausstülpbaren Zwischenkiemendeckel, das sogenannte Interoperculum, auf dem sich mehr oder weniger stark ausgeprägte Stacheln (Odontoden) befinden. Der Wels hat auch keine Schuppen, sondern Knochenplatten. Medikamente mit Kupfer verträgt er nicht gut.

Bei den Ancistren handelt es sich ausnahmslos um Höhlenbrüter, bei denen das Männchen einen Gelegeklumpen aus verhältnismäßig wenigen, 2,5 - 5 mm großen gelben Eiern bis zum Schlupf der Jungfische betreut. Diese sind jedoch auch nach dem Schlupf noch nicht sofort selbständig. Die Larven  besitzen zunächst noch einen riesigen Dottersack von dem sie einige Tage lang zehren. Bis dahin verbleiben sie noch beim Männchen in der Bruthöhle und beschützen die Brut. Aber ein Männchen und ein Weibchen ist kein Garant für Nachwuchs. Manchmal mögen sie sich einfach nicht oder das Männchen ist nur faul. Ansonsten ist die Nachzucht recht einfach, wenn man keine Räuber im Becken hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kleine Ancistruswelse im Aufzuchtbecken mit 4 -5 maliger Fütterung am Tag, besser gedeihen als im normalen Gesellschaftsbecken. Dort wachsen die kleinen meist viel langsamer und es besteht die Möglichkeit dass viele verhungern.

Hier werde ich nun eine kleine Fotostory vom Gelege zu kleinen Ancistren dokumentieren.               

Nachdem sich mein Ancistrusmännchen schon ein paar Tage nicht mehr blicken lies, entdeckte ich dieses Gelege in einer Höhle.
Hier bewacht das Männchen das Gelege und befächelt mit seinen Flossen die Eier. Das geschieht unermüdlich. Der "Papa" lies sich nicht mal durch meine Knipserei stören. Sogar "Gurkenfeten" konnten ihn nicht aus der Höhle locken.

 

Nach 5 - 7 Tagen schlüpfen die kleine Welse und werden immer noch vom Vater bewacht. Sie zerren noch einige Tage an ihrem Dottersack. Zuerst waren alle kleinen noch gelb. Nach einigen Tagen bekamen einige braune Farbe und einige davon waren Albinos.

 

 

In einem Aquarium, in dem sich geeignete Unterschlupfmöglichkeiten für das Männchen befinden, lässt sich die Vermehrung eigentlich kaum noch verhindern. Bei der Auswahl ihrer Bruthöhlen sind diese Antennenwelse wirklich nicht sehr wählerisch, ein Blumentopf aus Ton oder eine halbierte Kokosnussschale, aus denen man als Einschwimm-Öffnung zuvor ein Stück herausgebrochen hat, reichen bereits völlig aus.

 

Wie bei vielen anderen sehr häufig gezüchteten Aquarienfischen war es auch beim braunen Antennenwels nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Mutationen zustande kommen sollten. Auch bei diesem Fisch war die erste herausgezüchtete Farbvariante ein Albino.

Mittlerweile kennen wir zwei verschiedene Albino-Antennenwelse, einen rein gelblichen und einen gelben mit weißem Zeichnungsmuster, was ebenfalls ein Indiz dafür ist, dass unter der Bezeichnung "blauer" Antennenwels mehrere ähnliche Ancistrus-Arten gehandelt werden. Kreuzt man diese beiden Albinos miteinander, so erlebt man eine böse Überraschung: alle Jungfische sind wildfarbig gefärbt. Ansonsten sind die Albinos aber genauso leicht züchtbar wie die Wildform. Ich hatte als Zuchtansatz zwei blaue Ancistren, wobei zu gleichen Teilen Albinos und blaue Ancistren geschlüpft sind.

Bei heranwachsenden Ancistren sind die Punkte noch sehr ausgeprägt und der Saum am Schwanz verschwindet sobald sie grösser sind. Was ich sehr schade finde da ich sie mit dieser Färbung sehr hübsch finde.

                                                                                                           

 Vielfach wird der Ancistrus leider für "Anfängerbecken" mit 60l Inhalt empfohlen. Man darf aber nicht vergessen, dass ein stattlicher Ancistrus bis zu 15cm werden kann. Männchen können in der Pubertät recht rüpelhaft zu anderen Bodenfischen werden. Er ist nicht scheu und behauptet sich sehr gut wenn es darum geht an Futter zu kommen. Meine Welse bekommen 4mal in der Woche Gemüse. d.h. ich spiesse Gurkenscheiben auf einen Holzspiess und stecke diesen in den Kies. Dann ist im Becken die Hölle los. Welse und Garnelen stürzen sich alle auf die Gurke. Aber auch Kartoffel, Zucchini und Paprika werden heiss geliebt. Welse die noch nie mit Gurken gefüttert wurden, verschmähen vorerst die Gurken, aber sind sie dann mal auf den Geschmack gekommen, kann man sie mit Gurke von überall heraus locken. Ganz wichtig für den Ancistrus ist die Wurzel, die er dringend für die Verdauung braucht!Man sieht ihn auch immer wieder daran raspeln. Ideal Moorikienwurzel oder eine Mangrovenwurzel. 

Eine sehr schöne Variante des braunen Ancistrus ist der Weissaum L - 184 - oder Tüpfelantennenwels. Sie benötigen ein etwas weicheres Wasser als die normalen Ancistren. Mein Wasser ist leider zu hart. Aber ansonsten sind sie genau gleich zu pflegen wie die blauen Ancistren. 

 

Sollte ich wiedermal einen in einem Geschäft sehen, werde ich mir natürlich sofort einen kaufen und ihn in meinem Salmlerbecken halten, wo ich weicheres Wasser habe. Ich finde ihn einfach wunderschön.

 

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